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"Wirtschaft hautnah" - Die Bürgermeisterin im Gespräch mit Unternehmen vor Ort

Unsere Unternehmen schaffen Arbeitsplätze, bilden Fachkräfte aus und prägen das Gesicht unserer Stadt. In der Reihe „Wirtschaft hautnah“ besucht Bürgermeisterin Christin Zimmermann regelmäßig Betriebe vor Ort. Sie spricht mit den Menschen hinter den Unternehmen über ihre Arbeit, ihre Ideen und ihre Zukunftspläne. Nachfolgend finden Sie die Artikel zu den jeweiligen Besuchen und Gesprächen vor Ort.

Hacon Betonwerke GmbH in Kritzkow

In diesem Monat: Im Gespräch mit Geschäftsführer Peter Hatje sowie mit Betriebsleiter und Prokurist Heiko Kerth der Hacon Betonwerke GmbH in Kritzkow

Unsere Unternehmen schaffen Arbeitsplätze, bilden Fachkräfte aus und prägen das Gesicht unserer Stadt. In der Reihe „Wirtschaft hautnah“ besucht unsere Bürgermeisterin Christin Zimmermann regelmäßig Betriebe vor Ort und spricht mit den Menschen hinter den Unternehmen über ihre Arbeit, ihre Ideen und ihre Zukunftspläne. Diesen Monat ist sie zu Gast bei der Hacon Betonwerke GmbH und im Gespräch mit Geschäftsführer Peter Hatje sowie mit Betriebsleiter und Prokurist Heiko Kerth.

Gegründet wurde das Unternehmen Hass + Hatje 1933 in Rellingen. Hier wurde bereits 1948 die Betonwaren-Herstellung aufgenommen und später in die Hacon Betonwerke GmbH ausgegliedert. Seit 1993 besteht das Betonwerk im Gewerbegebiet im Laager Ortsteil Kritzkow. Der Schwerpunkt: die Herstellung von Betonbauteilen – vor allem Schächte und Betonelemente für Kleinkläranlagen und Regenwassernutzung. Am Standort Kritzkow sind derzeit rund 30 Mitarbeitende beschäftigt.

Eine Besonderheit, ein echtes Alleinstellungsmerkmal, ist der Wille, mit neuen Ideen und viel Kreativität das Unmögliche möglich zu machen. Besonders in der Ab- und Regenwasserentsorgung hat sich das Unternehmen spezialisiert und findet immer wieder innovative Lösungen. „Wir fertigen achteckige Eier“, sagt Geschäftsführer Peter Hatje – und trifft damit den Kern: unkonventionell denken, präzise umsetzen. 

Geschätzt werden die zentrale Lage, die gute Anbindung des Gewerbegebiets an die Autobahnen und die Nähe zu den Kunden, betont Hatje. 

Schon beim Rundgang wird klar, wie vielfältig hier gefertigt wird. Von Schächten verschiedenster Durchmesser, über Rechteckschächte und Abdeckungen bis hin zu individuellen Winkelstützen entstehen Betonelemente für die unterschiedlichsten Einsatzbereiche. Beeindruckend: Neben Standardprodukten entstehen maßgeschneiderte Lösungen – exakt abgestimmt auf die Anforderungen der Kunden. 

Ein besonderes Highlight ist der Ausbau der Schachtbauwerke. Jedes Element wird individuell gemauert und von Hand ausgebaut – echtes Maurerhandwerk, das Erfahrung, Präzision und Zeit verlangt. In einer zunehmend automatisierten Welt wirkt es fast überraschend, wie unverzichtbar traditionelles Können hier bleibt. Ebenso eindrucksvoll sind die großen Produktionsanlagen und die Dimensionen der Betonelemente, die in einem Stück gefertigt werden können. 

Was diesen Besuch jedoch besonders macht, ist die spürbare Leidenschaft, mit der das familiengeführte Unternehmen geführt wird. Beide Gesprächspartner leben für ihre Arbeit und ihr Unternehmen. Diese Begeisterung – getragen von jahrzehntelangem Know-how und einer starken Verbundenheit zum Standort – prägt Gespräch und Besichtigung vom ersten Moment an. Das macht dieses Unternehmen so besonders. 

 

Was würde die meisten Menschen überraschen, wenn sie Ihr Unternehmen besuchen würden? 

Die Vielfältigkeit – darin sind sich Peter Hatje und Heiko Kerth einig. Auch ich kann das bestätigen. Schon die Bandbreite und die möglichen Größen in der Produktionshalle beeindrucken. So lassen sich etwa Ringe oder Schächte mit einem Durchmesser von bis zu 2,5 Metern in einem Stück herstellen. Besonders faszinierend ist der individuelle Ausbau der Schächte für Regenwasser- und Abwasserleitungen. Je nach Auftrag gestalten die Mitarbeitenden das Innere dieser Schächte in Handarbeit – gemauert, angepasst, millimetergenau. Auf engstem Raum entscheidet eine Vielzahl von Faktoren – etwa Gefälle und Material – über die spätere Funktionstüchtigkeit. Diese Sorgfalt beeindruckt. 

 

Auf welches Produkt, Projekt oder welche Leistung sind Sie besonders stolz und warum? 

Heiko Kerth, seit 2010 Betriebsleiter und von Beginn an im Unternehmen tätig, ist stolz auf viele langjährige Betriebszugehörigkeiten und auf sein starkes Team, das über die Jahre zusammengewachsen ist. Dass Hacon ein Familienunternehmen ist, spürt man im wertschätzenden Umgang miteinander, sagt Kerth. Stolz ist er auch auf die konsequent lösungsorientierte Ausrichtung – und auf die kreativen Wege, mit denen sein Team das zunächst Unmögliche möglich macht. 

 

 HacconAbbildung: Bürgermeisterin Christin Zimmermann im Gespräch mit Geschäftsführer Peter Hatje (links) und Betriebsleiter Heiko Kerth (rechts)

 

Gab es einen Moment in der Unternehmensgeschichte, den Sie niemals vergessen werden? 

Manche Momente brennen sich ein. Für Peter Hatje gehört die Eröffnungsfeier des Standorts Kritzkow im Jahr 1993 dazu. Eigentlich wollte er nach dem Studium zunächst außerhalb des elterlichen Unternehmens Erfahrung sammeln. Doch sein Vater machte ihm ein besonderes Angebot: den Aufbau eines neuen Standorts in Mecklenburg-Vorpommern. 

Die Aufgabe reizte ihn. Obwohl er aus Schleswig-Holstein stammt und die Region kaum kannte, überzeugten ihn schon beim ersten Besuch die Landschaft, die Nähe zur Ostsee und die besondere Atmosphäre. Der Schritt nach Mecklenburg-Vorpommern wurde so nicht nur zum Start eines neuen Standorts, sondern auch zum Beginn eines neuen persönlichen Lebensabschnitts. 

Dass diese Entscheidung richtig war, steht für ihn bis heute außer Frage. Die Eröffnungsfeier in Kritzkow steht sinnbildlich für den Beginn einer Erfolgsgeschichte, die ihn bis heute begleitet. Eine Erinnerung, die er mit Heiko Kerth teilt – auch er war von Anfang an dabei und prägt den Standort bis heute. 

 

Was war die ungewöhnlichste Anfrage eines Kunden? 

Besondere Projekte gehören zum Alltag – einige bleiben. Dazu zählt die Anfertigung spezieller Winkelstücke für das Wasserbecken im Bärengehege des Natur- und Umweltparks Güstrow. Für die Anforderungen vor Ort entwickelte das Team eine maßgeschneiderte Lösung und bewies erneut: Kreativität und technisches Know-how greifen ineinander. 

Ein weiteres außergewöhnliches Projekt entstand nach dem Hochwasser in Dömitz. Auch hier waren individuelle Lösungen gefragt: Speziell angefertigte Winkelstücke tragen heute zum Hochwasserschutz bei. Beide Beispiele zeigen: Hinter jeder ungewöhnlichen Anfrage steckt eine Chance, passgenaue und innovative Lösungen zu entwickeln – ob für einen Wildpark oder den Schutz vor Naturgewalten. 

Ebenso ein künstliches Riff vor der Küste Rostocks. Hier wurden speziell präparierte Betonringe im Meer versenkt um Fischen und Pflanzen eine neue Behausung zu bieten.

 

Welche Entwicklung wird Ihre Branche in den nächsten fünf Jahren am stärksten verändern? 

Mit Blick nach vorn rechnet Peter Hatje mit tiefgreifenden Veränderungen in der Baubranche. Künstliche Intelligenz wird auch hier Einzug halten und Prozesse nachhaltig verändern. Gleichzeitig steckt die Bauwirtschaft in einer schwierigen Phase. In zwei bis drei Jahren könnte sich der Markt leicht erholen; das Niveau vor der Corona-Pandemie wird voraussichtlich nicht wieder erreicht. 

Eine weitere Herausforderung ist der wachsende Fachkräftemangel, der sich vielerorts bemerkbar macht. Dennoch bleiben Peter Hatje und Heiko Kerth für den Tief- und Straßenbau verhalten optimistisch. Über Jahre wurde zu wenig in die Infrastruktur investiert – nun stehen Sanierungen und Erneuerungen an. Entsprechend rechnen beide mit mehr kommunalen Aufträgen. 

Für das Unternehmen ergeben sich damit gute Perspektiven. Als Spezialist für abwassertechnische Lösungen arbeitet es in einem Feld, das an Bedeutung gewinnt. Der stärkere Fokus auf Umwelt- und Klimaschutz rückt das Thema Wasser und Abwasser in den Mittelpunkt. Vor allem die Entwicklung und Fertigung von Regenwasserreinigungsanlagen sieht Peter Hatje als wichtigen Zukunftsmarkt. Mit innovativen Lösungen und langjähriger Erfahrung ist das Unternehmen bereits heute gut aufgestellt – eine solide Basis für eine stabile Auftragslage in den kommenden Jahren. 

 

„Drei schnelle Fragen“ mit Betriebsleiter Heiko Kerth 

Zum Abschluss wurde es in der Rubrik „Drei schnelle Fragen“ persönlich: Kaffee oder Tee? Die Wahl fiel klar auf Tee. Als Frühaufsteher startet Herr Kerth am liebsten zeitig in den Tag. Und trotz fortschreitender Digitalisierung gilt für ihn: Nichts ersetzt den persönlichen Kontakt. 

Zum Schluss bedanken wir uns herzlich bei unseren Interviewpartnern für das spannende Gespräch und die Einblicke hinter die Kulissen. Die Besichtigung hat gezeigt, wie vielfältig und innovativ die Arbeit vor Ort ist – vielen Dank, dass wir dabei sein durften! 

Sie möchten Ihr Unternehmen ebenfalls vorstellen und einen Blick hinter die Kulissen ermöglichen? Dann freuen wir uns auf Ihre Nachricht an . Vielleicht sind wir schon bald auch bei Ihnen zu Gast – für eine Unternehmensbesichtigung und ein spannendes Interview. 

 

Erschienen im RAZ 08/2026

 

Sie möchten Ihr Unternehmen ebenfalls vorstellen und einen Blick hinter die Kulissen ermöglichen? Dann freuen wir uns auf Ihre Nachricht an . Vielleicht sind wir schon bald auch bei Ihnen zu Gast – für eine Unternehmensbesichtigung und ein spannendes Interview.

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